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Sebadenitis - Lubys Weg bis zur Diagnose

Im Januar 2010 begann Lubys Fell, nach und nach immer stumpfer und glanzloser zu werden. Außerdem begann sie Haare zu verlieren. Es kam zu einer Art "Brillenbildung" im Gesicht und in den Ohren zeigte sich dunkle Schmiere. Deshalb wurde Luby mehrfach gegen Ohrmilben behandelt - ohne Erfolg. Dass dies der falsche Ansatz war, sollte sich aber erst später herausstellen. Die Haut wurde schuppig und trocken, doch noch trat kaum Juckreiz auf.  Auffällig war vor allem die Veränderung am Schwanz. Die üppige Haarpracht an der Rute wurde schnell Vergangenheit und Luby bekam einen kaum behaarten "Rattenschwanz". Ab Mitte Juni wurde der Juckreiz dann immer schlimmer. Im Juli kam es zu extrem starkem Juckreiz und weiterem Haarausfall. An mehreren Stellen wurde die Haut durch das Kratzen und Beißen wund.

Von Beginn der Fellveränderung an wurde Luby regelmäßig natürlich tierärztlich betreut und auf vielfältige Weise behandelt. Zunächst bestand der Verdacht auf Ohrmilben. Dann dachten wir an Demodexmilben. Eine Pilzerkrankung konnte ausgeschlossen werden. Auch der Verdacht auf eine Futtermittelallergie bestätigte sich nicht. Eine umfangreiche Blutuntersuchung brachte ebenfalls keine auffälligen Befunde. Auch Hautschabungen und ein Allergietext führten nicht zu einer verlässlichen Diagnose. Es war eine schlimme Zeit, denn es tut weh, wenn man einen Hund leiden sieht und die Krankheitsursache nicht kennt. Lange Monate und viele Besuche beim Tierarzt und in der Tierklinik hat es gedauert, bis schließlich Ende August 2010 nach einer Biopsie (Entnahme von Gewebeproben) und der Untersuchung in einem Labor in der Schweiz die Diagnose feststand: Luby ist an Sebadenitis erkrankt (auch unter dem englischen Namen Sebaceous Adenitis/SA bekannt), einer seltenen Autoimmunerkrankung. Dabei kommt es zu einer allmählichen Selbstzerstörung der Talgdrüsen durch das körpereigene Immunsystem. Nach dem bisherigen Wissensstand wird die Krankheit, die nicht heilbar ist, vermutlich rezessiv vererbt. Deshalb werden wir mit Luby natürlich nicht züchten.

 

Allgemeine Infos über Sebadenitis

Die Talgdrüsen produzieren den Hauttalg, der Haut und Fell geschmeidig erhält und einen Schutzfilm gegen Bakterien und Umwelteinflüsse bildet sowie den Wasserverlust über die Haut verhindert. Die Sebadenitis, eine Entzündung dieser Talgdrüsen, gehört zu den Hauterkrankungen des Hundes, deren Ursachen derzeit noch nicht völlig geklärt sind. Heilungsaussichten gibt es momentan noch nicht. Das Krankheitsbild wurde 1986 zum ersten Mal beim Hund beschrieben. Die genaue Ursache für die Entzündung und Zerstörung der Talgdrüsen ist noch nicht erforscht. Man nimmt an, dass die Veranlagung für Sebadenitis vererbt wird. Leider liegt bisher nur sehr beschränktes Zahlenmaterial vor, das eine endgültige Aussage über genetische Ursachen noch nicht zulässt. Die Krankheit tritt bei allen Hunderassen auf, wird allerdings am häufigsten bei Königspudel, Akita Inu und Viszla festgestellt. Beim Havaneser ist diese Erkrankung bisher vorwiegend in den USA sowie in Nordeuropa aufgetreten - allerdings noch nicht in größerer Zahl. Sebadenitis  Die ersten Anzeichen äußern sich vorwiegend in trockener, schuppiger Haut, gefolgt von mottenfraßähnlichem Haarverlust.

Die ersten betroffenen Hautareale sind oft die Innenseite der Ohrmuscheln, der Nasenrücken und die mittlere Rückenlinie, beginnend hinter dem Kopf. In schweren Fällen kann es zum vollständigen Haarverlust und ausgeprägter Schuppenbildung kommen, kombiniert mit ranzigem Geruch (wie mehrere Tage getragene Socken).  Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium gehen die Talgdrüsen vollständig zu Grunde .

Primär ist die Sebadenitis ein kosmetisches Problem, da der Allgemeinzustand betroffener Hunde in der Regel nicht beeinträchtigt ist. Da jedoch die Talgdrüsen mit dem Fortschreiten der Krankheit zerstört werden, leidet der Hund lebenslang an trockener, schuppender Haut und hat ein erhöhtes Risiko für bakterielle Hautentzündungen. Das Ziel der Behandlung liegt deshalb darin, die Haut mit der nötigen Feuchtigkeit und Fetten zu versorgen und damit Hautinfektionen vorzubeugen bzw. bestehende Infektionen zu behandeln. Am besten bewährt haben sich rückfettende und feuchtigkeitspendende Shampoos und Spülungen sowie das Einölen mit Babyöl oder Johanniskrautöl. Neben der äußerlichen Behandlung kommt auch der Zufütterung von hohen Dosen an essenziellen Fettsäuren in Form von Fischölkapseln eine Bedeutung zu. Vitamin A-Abkömmlinge und Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, können ebenfalls erfolgreich sein.

(Quellen: www.sebadenitis.de und Zeitschrift "Hunde", Ausgabe 17/2002):